| Bilanz meiner Arbeit als Abgeordneter |
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(Stand Dezember 2008)
Vor mehr als vier Jahren, am 19.
September 2004, wurde ich erneut direkt in den Brandenburger Landtag gewählt.
Mit 31,9 % musste die SPD damals eine
bittere Wahlniederlage hinnehmen. Im Wahlkreis 8 (Mühlenbecker Land,
Birkenwerder, Glienicke/Nordbahn, Hohen Neuendorf, Velten) lag unsere Partei
mit 31,7 % der Zweitstimmen knapp unter dem Landesdurchschnitt. Ich selber
errang 31,7 % der Erststimmen.
Die SPD war damals bundesweit auf einem
Tiefpunkt in der Wählergunst. Die damaligen Diskussionen um die Agenda 2010 und
insbesondere um die Hartz IV-Gesetze sowie die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit waren sicher die Hauptgründe
hierfür. Trotzdem konnten wir unseren Wahlkreis in gemeinsamer Anstrengung
gewinnen.
Wir haben uns damals entschieden die
Koalition mit der CDU fortzusetzen. Sie konnte im Gegensatz zur damaligen PDS
die Gewähr dafür bieten, dass in Brandenburg eine solide und
zukunftsorientierte Politik fortgesetzt wird. Es soll aber auch nicht verschwiegen
werden, dass es immer wieder zu Konflikten und Auseinandersetzungen mit dem
kleineren Koalitionspartner kam, die die
Zusammenarbeit teilweise sehr erschwerten. Trotzdem wurden schwierige
und auch zum Teil unpopuläre Reformvorhaben in der laufenden Legislaturperiode
begonnen und umgesetzt, um den Landeshaushalt nachhaltig zu konsolidieren.
Dabei war die CDU mehr mit sich selbst als mit den Problemen des Landes
beschäftigt, während die Linke sich notwendigen Reformen verweígerte und
populäre aber unbezahlbare Forderungen aufstellte. Die SPD konnte hingegen für
die Brandenburgerinnen und Brandenburger viel erreichen und das Land durch eine
gute Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik voranbringen. Dabei stellte sich
heraus, dass der beste Wirtschaftsminister von Brandenburg der
Ministerpräsident selbst ist.
Wahlkreisarbeit
Wie in den vergangenen Legislaturperioden
gab es zahlreiche Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern an den
Landtagsabgeordneten Alwin Ziel, so auch zu den Wohnformen für ältere Bürger.
In den letzten Jahren haben sich eine Vielzahl an Wohn- und Betreuungsformen
für ältere Menschen herausgebildet. Eine dieser Betreuungsformen sind die Senioren-Wohngemeinschaften, in denen
sich mehrere ältere Menschen mit unterschiedlicher Pflegebedürftigkeit eine
Wohnung teilen. Oft werden die Senioren-Wohngemeinschaften von einem
Pflegedienst getragen und betreut.
In Oberhavel wurden seit Anfang dieses
Jahres mehrere dieser Einrichtungen vom Landkreis geschlossen bzw. die
Schließung angedroht. Begründet wurde dieses Vorgehen u. a. mit fehlenden
Brandschutztüren und unzureichenden Fluchtmöglichkeiten im Brandfall. Der
Landkreis legte hier die strengen Bauvorschriften für Heim- und
Pflegeeinrichtungen an. Die Betreiber bzw. die Betroffenen waren hingegen der
Auffassung, dass sie nicht unter diese Bauvorschriften fallen bzw. Ausnahmen
zulässig und möglich wären.
Nach Gesprächen mit den Betroffenen habe
ich in der Fraktion und mit den zuständigen Ministern Dagmar Ziegler und
Reinhold Dellmann eine Lösung dieses Problems angeregt. Die beiden Ministerien
sollten in Zusammenarbeit mit den beiden zuständigen Arbeitskreisen der
Fraktion in einem gemeinsamen Rundschreiben Kriterien für Senioren-WG
festlegen, die den Sicherheits- und Schutzbedürfnissen der Bewohner Rechnung
tragen, aber auch in diesem Rahmen flexible und praktikable Lösungen für die
Genehmigung und den Betrieb solcher Wohnformen ermöglichen. Nach längeren
Verhandlungen konnte im Juni dieses Jahres ein entsprechendes Papier fertig
gestellt werden. Ich denke, dass damit die berechtigten Interessen aller
Beteiligten, insbesondere die der Bewohner, berücksichtigt wurden und in Zukunft auf dieser Grundlage
konfliktfreiere Lösungen möglich sind.
Aktuell sind Tagesmütter aus dem Wahlkreis mit einem bundesweiten Problem an
mich herangetreten. Ab dem 01.01.2009 werden auch Tagesmütter voll besteuert.
Dadurch wird in vielen Fällen insbesondere verheirateten Tagesmüttern nur ein
geringer Nettoverdienst bleiben. Viele dieser Tagesmütter denken deshalb daran,
ihre Tätigkeit einzustellen. Ziel muss es sein, dieses sinnvolle Angebot in der
Kinderbetreuung in einem ausreichenden Maße aufrecht zu erhalten. Ich habe mich
deshalb bereits an den zuständigen Bildungsminister gewandt. Auch in der
Fraktion steht dieses Thema auf der Tagesordnung.
Jahrelang habe ich bei den verschiedenen
Gelegenheiten auf die dringende Notwendigkeit eines Radweges zwischen Hennigsdorf und Velten aufmerksam gemacht. Ich freue mich deshalb umso mehr, dass
endlich nach einigen Verzögerungen mit dem Bau des Radweges Hennigsdorf – Velten
begonnen wurde. Leider wird der Radweg witterungsbedingt voraussichtlich erst
im Frühjahr nächsten Jahres vollständig fertig gestellt. Er wird aber schon
jetzt von den Radfahrern genutzt.
Den verschiedenen Vereinen und Institutionen
im Landkreis stand und stehe ich als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung.
Gerade die Ehrenamtlichen leisten eine Arbeit, die gar nicht hoch genug
eingeschätzt werden kann. Ich werde daher das ehrenamtliche Engagement
weiterhin in unterschiedlicher Form z. t
auch finanziell unterstützen. Darüber hinaus sind diese Kontakte eine wertvolle
Informationsquelle für meine Arbeit, da man bei diesen Gelegenheiten kompakt
von Problemen erfährt aber auch positive Beispiele kennen lernt.
Der Kontakt zu den SPD-Ortsvereinen ist mir sehr wichtig. Die SPD-Basis war es, die
mich für diesen Wahlkreis nominierte und die für mich und mit mir zusammen
einen erfolgreichen Landtagswahlkampf geführt hat. Die SPD-Mitglieder sollen
wissen, dass ich mich freue, zu den Mitgliederversammlungen oder anderen
SPD-Veranstaltungen eingeladen zu werden, um über meine Arbeit zu berichten,
aber auch Kritik und Anregungen für die Landespolitik mitzunehmen. Auch bin ich
immer dazu bereit die Ortsvereine bei ihren Aktivitäten, wie z. B. bei der
erfolgreichen Veranstaltung am 2. Juli in Schildow mit dem Bildungsminister
Rupprecht, zu unterstützen
In unregelmäßigen Abständen halte ich an
verschiedenen Orten im Wahlkreis Bürgersprechstunden
ab. Hier können sich die Bürgerinnen und Bürger, aber auch Firmen und Vereine
mit ihren Anliegen und Problemen an mich wenden.
Die Sprechstunde wird rege genutzt.
Häufig kommen Menschen mit Anliegen aus dem sozialen Bereich, insbesondere zum
Arbeitslosengeld II. Oft gibt es auch Probleme aus dem Bauplanungsbereich. Aber auch Institutionen jeglicher Art wenden
sich mit der Bitte um Unterstützung und Hilfe an mich.
Nicht jedes Problem aus den
Bürgersprechstunden und aus meinen sonstigen Gesprächen konnte gelöst werden.
In vielen Fällen konnte ich aber weiterhelfen. Auch außerhalb der
Bürgersprechstunden, die zuvor in der Presse bekannt gegeben werden, kann man
sich persönlich im Wahlkreisbüro in Oranienburg, Lehnitzstraße 11, oder
telefonisch unter 03301 / 57 54 94 bzw. per E-Mail (
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) an meinen Mitarbeiter Thomas
Kiesow oder mich wenden.
Landtagsarbeit
Ich bin Mitglied des Rechtsausschusses,
stellvertretendes Mitglied des Ausschusses Arbeit, Soziales, Gesundheit und
Familie sowie Mitglied des Arbeitskreises Innen, Recht, Europa und des
Arbeitskreises Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit der SPD-Fraktion.
Darüber hinaus gehöre ich dem Richterwahlausschuss an. In den Arbeitskreisen
werden die entsprechenden Themen und Gesetze für die Behandlung in der Fraktion
und den Ausschüssen beraten. Darüber hinaus findet auf der Arbeitskreisebene
die Abstimmung mit dem Koalitionspartner statt.
Wichtige Beratungsthemen im Arbeitskreis
Innen, Recht und Europa waren neben der Novellierung der Kommunalverfassung (s.
u.) die Sicherung der feiwilligen Feuerwehren und der Brand- und
Katastrophenschutz. Hier konnte mit der Schaffung der Stützpunktfeuerwehren die
technische Einsatzfähigkeit weiter abgesichert werden. Sorge bereitet
allerdings die zurückgehende Anzahl der aktiven Kameraden bei den freiwilligen
Feuerwehren sowie der zu geringe
Nachwuchs. In Zukunft muss daher noch mehr für freiwillige Feuerwehren geworben
und das Engagement der Kameraden besser unterstützt werden. Vor allem aber
werde ich die guten Kontakte zu den Feuerwehren weiter ausbauen, um deren
Anliegen noch besser vertreten zu können.
Weitere wichtige Themen waren die
Neuorganisation der Polizei und das Polizeigesetz. Trotz des notwendigen
Stellenabbaus bei der Polizei konnte durch Neuverteilung der Aufgaben die
Einsatzfähigkeit der Polizei und damit die Sicherheit der Bürgerinnen und
Bürger gewährleistet werden. Ich stand bei diesem Prozess in engem Kontakt zum
Bund Deutscher Kriminalbeamter und zur Gewerkschaft der Polizei, um deren
Fachwissen in die Beratungen einzubringen.
Im Bereich der Inneren Sicherheit hat die
CDU die Tendenz, Bürger- und Datenschutzrechte prophylaktisch und ohne
hinreichende Notwendigkeit einzuschränken. Der Schutz der Bürgerinnen und
Bürger vor Kriminalität und Terrorismus hat auch für mich höchste Priorität.
Allerdings dürfen Maßnahmen und Gesetze hierfür die Freiheits- und Schutzrechte
der Bürgerinnen und Bürger nicht unverhältnismäßig einschränken. Sie müssen
sich vielmehr daran orientieren, ob sie ihren Sinn und Zweck erfüllen. Die SPD
hat deshalb bei dem zu beschließenden Polizeigesetz die endgültige
Festschreibung der Handyortung und der Kennzeichenerfassung verhindert. Diese
beiden Maßnahmen sollen weiterhin auf ihre Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit
überprüft werden. Unsere Vorstellungen nach entsprechendem Richtervorbehalt
sowie nach Transparenz, wissenschaftlicher Begleitung und unabhängiger
Evulation flossen deshalb in das Gesetzgebungsverfahren mit ein. Davon hatte
ich meine Zustimmung zum Polizeigesetz und einem Entschließungsantrag der
Regierungskoalition abhängig gemacht.
Im Arbeitskreis Innen, Recht und Europa
bin ich u. a. für den Haushalt und das Dienstrecht zuständig. Durch die
Föderalismusreform haben die Bundesländer mehr Kompetenz in dem komplizierten
Feld des Dienstrechts bekommen. Hier wird die SPD-Landtagsfraktion in enger
Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und Personalvertretungen gründlich
prüfen, wo es Änderungs- und Handlungsbedarf gibt. Nicht zuletzt ist ein
modernes Dienstrecht eine der Voraussetzungen für eine effektive und moderne
öffentliche Verwaltung.
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