Bildung allgemein und konkret
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Bildungsminister Holger Rupprecht diskutierte in Glienicke

 

Knapp 100 Menschen waren am 18.Juni in die Mensa der Grundschule Glienicke gekommen, um mit Bildungsminister Holger Rupprecht und dem Landtagsabgeordneten Alwin Ziel über die Brandenburger Bildungspolitik zu diskutieren. Alwin Ziel stellte eingangs fest, dass es ihm persönlich bei dieser Veranstaltung darum geht, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen sowie Probleme aufzugreifen und berechtigten Forderungen den Rücken zu stärken. Um es vorweg zu nehmen: Diesen Anspruch konnte die Veranstaltung zum großen Teil erfüllen, denn fast drei Stunden wurde diskutiert und Fragen gestellt sowie auch Lösungen präsentiert.


Der Bildungsminister stellte am Anfang der Diskussion eine positive Bilanz der Brandenburger Bildungspolitik auf. So haben sich die Brandenburger Schülerinnen und Schüler beim bundesweiten Bildungsvergleich auf die mittleren Plätze verbessert. Ebenso freut es Rupprecht, dass zu den 130 Mio. € für den Ausbau der Ganztagsschulen nochmals 30 Mio. € hinzukommen. Durchaus kritisch sieht er, dass es mit der Einführung der Oberschule nicht gelungen ist den Eltern und Schülern zu vermitteln, dass mit dem Besuch der Oberschule der Weg zum Abitur nicht verbaut ist. Nachbesserungsbedarf sieht Rupprecht auch im Kitabereich. Neben der bereit angekündigten Verbesserung des Personalschlüssels müssen u. a. auch zusätzliche Mittel in die Sprachförderung fließen, da bis zu 25 % der Kita-Kinder Sprachdefizite aufweisen.

 

In der anschließenden Diskussion wurden viele Fragen gestellt und Probleme geschildert. So berichteten Eltern und Lehrer von Lehrermangel und Unterrichtausfall an ihren Schulen. Insbesondere langzeiterkrankte Lehrer könnten nicht ersetzt werden. Der Bildungsminister antwortete hierauf, dass die Neueinstellung von 1250 Lehrern Verbesserungen bringen wird. Weiterhin versprach er die Vertretungsreserve bei den Schulämtern zu erhöhen. Auf krankheitsbedingte Ausfälle könnte somit flexibler reagiert werden. Das rechtliche Problem der Langzeiterkrankungen soll in der nächsten Legislaturperiode mit Priorität gelöst werden. Für die Zukunft sieht Rupprecht durchaus die Gefahr, dass nicht genügend geeignete Lehrer zur Verfügung stehen. Um dem vorzubeugen muss die Lehrerausbildung, auch für Berufsschullehrer, ausgebaut werden. Brandenburg ist im Vergleich zu Berlin für Lehrer durchaus attraktiv, da sie hier verbeamtet und gut bezahlt werden. Darüber hinaus verhandelt er derzeit mit den Gewerkschaften über mehr Lehrerstellen in Vollzeit. Eine bezahlte Mehrarbeit für Lehrer wird allerdings in diesem Jahr wegen fehlender Haushaltsmittel nicht möglich sein. Insgesamt werden diese Maßnahmen zu einer besseren Schüler-Lehrer-Relation führen.

 

Bürgermeister Bienert machte auf den kommenden Erzieherinnenmangel im Kitabereich aufmerksam. Zunächst müssten der Erzieherinnenberuf attraktiver gestaltet werden um mehr Frauen und auch Männer für diesen Beruf zu gewinnen. Darüber hinaus sollten die Träger der Kitas auch die Möglichkeit haben nicht nur entsprechend ausgebildetes Personal einzustellen. Diese zusätzlichen Kräfte könnten z. B. ergänzend eingesetzt werden, ohne das der Bildungs- und Erziehungsauftrag Schaden nimmt. Joachim Bienert stellte ausdrücklich klar, dass diese Kräfte auf keinen Fall Erzieherinnen ersetzen sollen. Eine Erzieherin beklagte, dass die Probleme aus dem Kitabereich zu kurz kämen. Rupprecht ermunterte die Erzieherinnen und Eltern, auch für die Kita eine Lobby zu schaffen. Die Kita-Initiative Brandenburg mache in diesem Sinne eine gute Arbeit, und ihre Forderungen finden bei den Verantwortlichen auch Gehör. Er warnte allerdings vor einem Überbietungswettbewerb der politischen Parteien. Allein die Forderungen der CDU im Bildungs- und Kitabereich würden zusätzlich 150 Mio. € jährlich kosten. Diese Summe ist auch beim besten Willen nicht zu finanzieren.

 

Am Schluss der Veranstaltung stellte Alwin Ziel fest, dass bestimmt nicht alle Probleme auf dieser Veranstaltung gelöst werden konnten. Der Bildungsminister und er werden aber die aufgeworfenen Fragen und Probleme mitnehmen und soweit wie möglich an deren Lösung arbeiten. Nach dem offiziellen Ende standen Holger Rupprecht, Alwin Ziel und Bürgermeister Bienert noch fast eine Stunde zu Einzelgesprächen zur Verfügung.                

 

 

 
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